Heimatbühne
Schluderns
Theater
Schluderns
seit 1780
Die Geschichte seit 1780 bis 1999
Der neu Theatersaal im Pfarranger
In den Jahren 1961 und 1962 wurde der neue Theatersaal im Pfarranger gebaut. Zur damaligen Zeit war es der größte Saal im oberen Vinschgau. Bauherr war der Pfarrer Thoma. Währen der Bauzeit gab es große Zwistigkeiten unter der bäuerlichen Bevölkerung. Sie wollte keinen "Judentempel" im Dorf. Sogar Deckenstützen wurden während der Nacht entfernt, aber die Decke hielt trotzdem und brach nicht ein. Geheizt wurde schon mit einer "Gassonne" an der Decke.
Das erste Stück, das im neuen Saal gespielt wurde, war "Wer andern eine Grube gräbt", am 31.01.1962. In den Jahren 1964 – 1965 konnte Herr Wenusch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Regie führen, blieb aber weiterhin Obmann.
1965 wurden die Stücke „Das einsame Haus" und das "Hoamatglöggl" unter der Regie von Hermann Muntetschiniger aufgeführt. Auch ein Nikolausspiel und Einakter wurden gespielt.
1959

Die Kegelbahn bei Maurer Emma
Notgedrungen ging man im Jahr 1949 daran, die Kegelbahn bei Maurer Emma umzubauen. Für 10 Jahre hieß es im Vertrag.
Dann musste der Saal wieder geräumt und der Familie Maurer überlassen werden.
Dann ging es richtig los mit Fronschichten.
Franz Klotz sen. lieh dem Verein das Geld um Zement, Kalk und Ziegel zu kaufen. Die Gemeinde gab das Holz dazu. Das Fällen, zu Tal bringen und Schneiden mussten die Spieler übernehmen. Das Fuhrwerk stellten Fikter Sepp - Klotz und Vernoler Hans Waschgler. Der Graf schenkte dem Verein Zirbelholz aus seinem Wald. Daraus wurden von Flitter Jaggl Kulissen gemacht. Er fertigte auch die Sitzbänke.
Als Kulissenmaler konnte man den Bayer Franz von Glurns gewinnen, sowie auch den heutigen Kunstmaler Karl Plattner aus Mals.
Die Elektroarbeiten machten die Spieler in Eigenregie; Franz Wenusch, Franz Lutt und Sepp Sapelza. Obmann war Sepp Klotz, Kassier Franz Klotz.
Das Holz musste der Gemeinde bezahlt werden. Die übrigen Schulden wurden nach und nach abgestottert.
Der so entstandene Theatersaal war für die damalige Zeit recht gut eingerichtet. Sogar eine Empore wurde eingebaut. Auch hinter und unter der Bühne war Platz. Lutt Seppl war Mädchen für alles.
Das erste Stück das im neuen Saal gespielt wurde, war "Die Teufelsmühle" unter der Regie von Hans Wenusch sen. Die Auswahl der Stücke und das Spielniveau hatten sich merklich gehoben.
Dies bewies das Publikum, das nun in Scharen nach Schluderns kam.
Zu der Zeit war es nicht einfach gute Theaterstücke zu finden. Die Auswahl an zensurierten Stücken war nicht groß und unzensurierte durften nicht gespielt werden.
Hans Wenusch holte sich Theaterstücke aus der
Schweiz und ließ sie von seiner Tochter Paula mit der Maschine abschreiben mit sechsfachem Durchschlag und in unseren Dialekt übersetzen.
Zur Anmeldung in Laas bei Herrn Neri musste er Titel von zensurierten Stücken angeben, um die Spiellizenz zu bekommen.
Da passierte es, dass dreimal das gleiche Theater angegeben wurde, bis es dem Herrn Neri auffiel und er sagte: Dieses Stück muss sehr gut sein, dass Sie es so oft spielen. Ein Stück Sennereibutter unter dem Tisch durchgereicht, verhinderte weitere Fragen.
Das letzte Stück, das bei Maurer Emma gespielt wurde, war "Peter Mayr, der Wirt an der Mahr" zur 150-Jahrfeier Andreas Hofers 1960. Danach musste der Saal geräumt und laut Vertrag dem Besitzer überlassen werden.


Nachkriegszeit
Nach dem Krieg wurde wieder eine Theatergruppe aufgestellt. Gespielt wurde im Stadel und später auf dem Dachboden über dem Magazin beim "Engelwirt".
Die Bühne wurde mit Eisenstangen am Dachgebälk befestigt. Mit Fichtenzweigen schmückte man die Bühne aus, das Ganze war sehr einfach eingerichtet, aber es wurde wieder Theater gespielt und die Leute freuten sich.
Das erste Stück war “Die Junggesellensteuer“ zu Ostern 1946.
Regie führte von nun an Hans Wenusch sen.
Das letzte Stück, das dort gespielt wurde, war “Vaters Fluch“.
Meistens wurden zwei Theaterstücke pro Jahr gespielt. Die Leute waren froh darüber. Sonst gab es keine Unterhaltung und Zeit hatte man damals ja noch genug.
Theaterstücke wurden auch mit der Kortscher Theaterbühne ausgetauscht. Nach dem Krieg waren gute Stücke nämlich Mangelware.
1953

Die Zigeunerspionin
Stehend v.l.: Peppi Stecher, Friedrich Donner, Josef Lutt (Bauhofer) eppl Lutt, Josef Frank, Karl Trafoier, Anton Klotz (Sennen Toni) Mitte: Thresl Wachter, Josef Klotz, Franz Klotz
Sitzend v.l.: Alois Kircher, Hans Waschgler, Thresl Parschalk, Veva Donner, Tilla Wegmann, Zita Wolf, David Donner
Das Theater in der Hochzeit des Faschismus
Ende der 30er Jahre bis Anfang der 40er Jahre durfte nicht mehr gespielt werden. Der Faschismus hatte das deutsche Theater verboten.
Das älteste Foto mit Gruppenbild ist 1 942 während des Krieges aufgenommen worden. Das betreffende Stück hieß “Die Leonardi Fahrt“. Den Reinerlös spendeten die Spieler dem “Deutschen Roten Kreuz". Die stolze Summe von 2.250 Lire.
Ein Dankesschreiben des Kreis-Vertrauensmannes Michl Sagmeister aus Glurns und Gauleiter Peter Hofer liegt vor und ist adressiert an Sepp Stecher “Flitter Sepp“.

zwischen 1943 und 1953
Die Zigeunerin von Roccavalla
Von links: Erich Wegmann, Willi Klotz, Anna Reinalter, Ruth Tschenett, Rudl Blaas
Sitzend v.l.: Hanna Tragust, Franz Donner, Jolanda Donner
Auf den Spuren der Theatervergangenheit
Die Spurensuche in die Theatervergangenheit gestaltet sich recht schwierig, da früher niemand darüber Buch geführt hat. So ist man nur auf das angewiesen, was alte Leute erzählen oder gehört haben.
Die Musikkapelle Schluderns und die Feuerwehr stellten damals die Spielleute.
Regie führten Donner David, Stecher Josef (Flitter Sepp) und Lutt Sepp sen. (Bauhof Schneider)
Bühnenbauer war Stecher Jaggl (Flitter Jaggl).

1943
Die Brennendlieab
Von links: Karl Kircher, Adolf Frank, Kreszenz Stecher, Alois Werth, Anton Klotz, Adolf Wegmann, Ignaz Blaas, Karl Klotz, Hermann Klotz, Ignaz Stecher, Aloisia Frank, Mala Stecher, Maria Blaas, Friedl Fritz
Knieend: Hans Waschgler, Elfriede Muntetschiniger
1942

Die Leonardifahrt
Von links stehend: Alois Hitter, Hans Waschgler, Karl Kircher, Hans Zwerger, Alois Werth
Mitte: Anna Frank, Aloisia Frank, Anton Klotz, Ignaz Blaas, Anna Tschenett, Hermann Klotz Tilla Wegmann, Ignatz Stecher, Josef Lutt, Joggl Raffeiner
Vorne: Peter Marseiler, Rosl Anstein, Adalbert Walter, Veva Ziernhöld, Josef Tragust

1940
Der Meineidbauer
Von links: Jakob Raffeiner, Ignaz Stecher, Alois Raffeiner, Johann Waschgler, Ignaz Blaas, Franz Stecher, Alois Blaas
Sitzend: Josef Parschalk, Elfriede Muntetschiniger, Karl Kircher, Adolf Frank, Josef Koch
Ersterwähnung der Heimatbühe Schluderns
Die Ersterwähnung der Heimatbühne Schluderns fand im Jahre 1780 statt.
Bedauerlicherweise sind aus dieser Zeit keine bildlichen Aufzeichnungen vorhanden.
Erste Dokumentationen der Heimatbühne Schluderns in Text und Bild sind ab dem Jahre 1940 vorhanden.